In Arlesheim kreuzen sich die Wege dreier Frauen, die die Geschichte des Ortes geprägt haben. Obwohl durch Jahrhunderte getrennt, verbindet sie ein gemeinsames spirituelles Erbe. Die Anfänge des Ortes Arlesheim sind eng mit Odilia, der Äbtissin zweier Frauenklöster am Odilienberg im Elsass, verbunden. Als Blindgeborene, die der Legende nach durch die Taufe sehend und damit auch zum Sinnbild für ein geistiges Erwachen wurde, bildet sie den Ursprung eines kraftvollen Heilimpulses, der bis in die Gegenwart und bis nach Arlesheim führt. Balbina von Andlau schuf als Mit initiantin mit der Ermitage einen Landschaftsgarten, dessen Attraktionen mit einem Mysterienkult in Verbindung stand, wie er im 18. Jahrhundert in gebildeten Kreisen Mode war. Und die Ärztin Ita Wegman, eine der engsten Mitarbeiterinnen Rudolf Steiners, gründete hier in Zusammenarbeit mit ihm zwei therapeutische Einrichtungen die weltweit impulsgebend für die Anthroposophische Medizin und Heilpädagogik wirken. Ihr tiefes Anliegen war, das Medizinisch-Therapeutische wieder in eine intensive Beziehung zum Mysterienwesen zu bringen. Bei einem Rundgang durch Arlesheim und den Landschaftsgarten der Ermitage sucht Michaela Spaar nach den Spuren jener Frauen und bringt dabei nicht nur ein wenig beachtetes kulturelles Erbe ans Licht. Sie erläutert auch deren Intentionen vor dem jeweiligen historischen Hintergrund und entdeckt darin übergreifende geistige Bezüge. Drei Einzelporträts fügen sich dabei zu einem Triptychon, bei dem die Verwandlungskräfte der Seele und die daraus hervorgehende heilende Wirkung als zentrales Motiv erscheinen.