Das Spiel ist nicht aus
 

Liebe Leserin, lieber Leser

«Er will doch nur spielen!» versichert die Hundehalterin des Hundes, der knurrend um unsere Füsse schleicht. «Es ist nur ein Spiel» sagt der Bub zu seinem Kollegen, den er im Würgegriff hält. «Das Spiel ist aus, jetzt ist es ernst» wird uns mit erhobenem Zeigefinger mitgeteilt, wenn das Denken phantasielos wird. Das Spiel scheint in unserem Alltag nur in Revieren Platz zu haben, die dafür ausgeschieden sind. Spielplätze, Spielhöllen, Olympische Spiele, Spielabende oder Planspiele. Mit dem «Ernst des Lebens» scheint das alles nichts zu tun zu haben, unverbindlich, ja sogar etwas unseriös.

Es gibt auch bei diesem Thema eine andere Möglichkeit, die interessanter ist als die alltägliche Konvention. Ich schaue dem Bauer zu, der eine kleine Reparatur an seinem Traktor macht. Vor vielen Jahren in Frankreich. Besonnen und ruhig arbeitet er mit seinen Werkzeugen, prüft immer wieder, ob alles hält, stellt kleine Beweglichkeiten zwischen den verschraubten Teilen fest. Er schaut mich lächelnd an uns sagt: «Das Spiel ist die Kunst der Mechanik». Das hat mir unmittelbar eingeleuchtet und ich habe diesen Satz nie mehr vergessen. Plötzlich wird das Spiel geadelt. In dieser übertragenen Bedeutung bekommt das Spiel eine ganz andere, geradezu aufregende Bedeutung. Erst viel später stosse ich bei Schiller auf seinen berühmten Satz «Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt». Es wird immer deutlicher, dass das Spiel ein Aschenbrödel-Dasein fristet. Die wahre Substanz und Sprengkraft des Spiels soll wohl versteckt und unentdeckt bleiben.

Gerda Salis Gross hat über lange Zeit an diesem Thema geforscht und gearbeitet und holt nun in Ihrem Buch das Spiel aus seinem Aschenbrödel-Dasein ans Licht. Nicht nur für Kinder ist das Spiel entscheidend, auch im Sozialen braucht es das Spiel, genauso wie in der Mechanik. Das Spiel hat eine grosse subversive Kraft, die noch zu entdecken und zu pflegen ist.

Sommer bedeutet für viele Menschen auch Reisezeit. Wohin geht die Reise? Diese Frage wird zunehmend obsolet. Das Reisen, so wie wir es gekannt und geübt haben, geht wohl bald nicht mehr. Überall Hindernisse, Vorschriften, Einschränkungen, ja immer wieder geschlossene Grenzen. Reise als Abenteuer, als Interesse für andere Menschen und andere Kulturen ist untergegangen. Eine Erinnerung daran finden Sie im Buch von Elmar Schenkel aus unserer Backlist. Reisen auf die andere Seite des Globus und vor der eigenen Haustür. Eine unterhaltsame Lektüre in eine vielleicht verlorene Zeit.

 

Ein Augenöffner für die Qualität des Spiels im menschlichen Alltag

Gerda Salis Gross
Im Spiel
Dem Leben Freiheit schenken
Artikel-Nr.: 23266
ISBN: 978-3-85636-266-9
Seiten: 268
Jahr der Auflage: 2021
Auflage: 1. Auflage
Zusatztexte: Mit Zeichnungen von Christian Breme
Bindeart: Klappenbroschur
Verfügbarkeit: 2 bis 5 Arbeitstagen
CHF 23.80 / EUR 19.80 *
Denkt man über das menschliche Spiel phänomenologisch nach, sind viele Aspekte «im Spiel». Zwischen dem Gaming an dem einen Pol und dem oft zitierten Schiller-Wort, der Mensch sei nur da ganz Mensch, wo er spiele, am anderen Pol ist das Spektrum groß. Hier Spiel-Sucht, dort Sehnsucht – Sehnsucht, das Wesentliche, das mit dem Spielen verbunden ist, zu entdecken, zu bewahren, über die Kindheit hinaus.
Das Reizvolle dieses ebenso persönlichen wie fachkompetenten Buchs von Gerda Salis Gross ist die konzeptionell-stilistische Verbindung von wissenschaftlicher Erkenntnis und individueller Erfahrung, von Betrachtung und Erlebnis, von sachlicher Darstellung des Forschungsstandes und einem echten, konkreten Eintauchen in Spielsituationen mit Kindern. Dadurch offenbart sich das tiefere Wesen des Spiels, das primäre und ursprüngliche. Und der Leser wird gewahr und neu daran erinnert, dass auch außerhalb definierter Spiel-Räume das ganze Leben eigentlich eine Einladung ist, die Sprache des Spiels zu verstehen – und einander Freiheit zu schenken.
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Als das echte Reisen noch möglich war

Elmar Schenkel, Hans U. Alder
Vom Rausch der Reise
Mit fotografischen Impressionen von Hans U. Alder
Artikel-Nr.: 23231
ISBN: 978-3-85636-231-7
Seiten: 296
Jahr der Auflage: 2012
Auflage: 1. Auflage
Bindeart: Klappenbroschur
Verfügbarkeit: 2 bis 5 Arbeitstagen
CHF 23.80 / EUR 19.80 *
Die Texte des Autors sind ein Lesevergnügen. Ob es um reisephilosophische Themen, um Reiseberichte oder Reisende geht, die Lektüre vermischt Geographisches mit Literarischem und Philosophischem, ohne belehrend oder trocken zu werden.
Im Gegenteil: Im Zeitalter touristischer Verödung erweitern Beobachtungen, Gedanken und Humor Elmar Schenkels den Horizont des Reisens und gestalten das Unterwegssein zu einer Form menschlicher Dynamik, die offen ist für die Verbindung von Bekanntem mit Neuem.
In den Texten gehen physisches, geistiges und literarisches Reisen ineinander über und bilden erzählte Landschaften, die auch das Lesen in den Rausch der Reise hereinziehen. Reisen bildet, lautet eine Redewendung. Wenn ein Reisender zudem so gebildet ist wie der Autor, entsteht ein Gespräch von Erlebtem, Gewusstem und Erkanntem, das reich an Nebenwegen ist.

Hans U. Alders Fotoimpressionen schaffen dazu einen bildstarken Kontrapunkt.
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Ein spielerischer Umgang mit all diesen Einschränkungen, Bevormundungen und Übergriffen kann das eigene selbstbestimmte Denken am Leben erhalten. Dafür finden Sie auf unserer Website viele Anregungen.

Wir wünschen Ihnen einen guten Restsommer und viele belebende und verspielte Erfahrungen und Eindrücke.

 
 
Ihr
Futurum Verlag
St. Johanns-Vorstadt 19/21
CH-4056 Basel

www.futurumverlag.com

 
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