Ein Putsch und 6 Enkelkinder
 

Dabei wissen wir doch:
Auch der Haß gegen die Niedrigkeit
Verzerrt die Züge.
Auch der Zorn über das Unrecht
Macht die Stimme heiser. Ach, wir
Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
Konnten selber nicht freundlich sein.

Ihr aber, wenn es soweit sein wird
Daß der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
Gedenkt unsrer
Mit Nachsicht.

Bertold Brecht

 

Liebe Leserin, lieber Leser

Mein politisches Bewusstsein ist heftig und unvermittelt durch einen Putsch erwacht. Er fand in einem Land statt, von dem ich damals nicht viel wusste und das in einer Welt lag, die sehr weit entfernt war. Es ist ein Geheimnis, weshalb mich dieser Putsch am 11. September 1973 gegen Salvador Allende mitten ins Herz getroffen hat, ganz naiv habe ich die Mechanismen eines Putsches erkannt, mit allen unmoralischen Verwicklungen, die in diesem Fall bis in die USA gingen. Das Rechtmässige wird durch ein Unrechtmässiges gewaltsam verdrängt. Das verstand ich sofort, lange bevor ich dann auch noch Victor Jara und Pablo Neruda gefunden habe.

Der Putsch, der jetzt stattfindet, noch sind wir mitten im Geschehen, ist subtiler und gemeiner. Im trojanischen Pferd eines Virus dringt ein eindimensionales Denken in unsere Mitte ein und nimmt sich radikal alle Macht. Was über einige Jahrhunderte nicht gelungen ist, steht vor dem Abschluss: Die materialistische Naturwissenschaft verlässt ihre Stammlande und besetzt den Globus. Über Generationen wurde uns dieses eindimensionale Denken eingeimpft, deshalb treffen die neuen Priester jetzt auf viele brave und eifrige Gläubige. Die ganze Organisation ist bereit, die Virologen zelebrieren ihre zahlenmagische Messe, die Faktenchecker stellen bald jeden Inquisitor in den Schatten und Häretiker heissen jetzt Verschwörungstheoretiker. Und wie im Mittelalter schleichen die Vertreter der Kirche bei den Regierenden im Machtzentrum herum. Der laufende Putsch findet genau über die Zeit von Ostern bis Pfingsten statt. Vor Ostern wurde die Schlinge angezogen, nach Pfingsten wird sie zunächst wieder gelöst. Das wichtigste Folterinstrument heisst Social Distancing und das Machtsymbol ist die medizinische Gesichtsmaske.

Weshalb hat dieser Putsch so geschmeidig stattfinden können? Wohl, weil wir uns endlich entscheiden müssen. Alle müssen wir uns entscheiden, wie wir uns dazu stellen. Ob wir Gläubige oder Ketzer sind. Ich verneige mich vor den grossen Gestalten der Aufklärung wie Lessing, Pestalozzi oder Wieland, aber heute hilft uns diese Haltung nicht mehr, sonst enden wir so wie Konstantin Weckers Willi.

Am 26. Mai 1828, Pfingsten, taucht in Nürnberg ein junger Mann auf, mit einem Blatt Papier in der Hand. Es stellt sich heraus, dass Kaspar Hauser selber ein unbeschriebenes Blatt ist und mit ihm ein unmenschliches und grausames Experiment gemacht worden war. In den wenigen Jahren bis zu seiner Ermordung 1833 geht es um die Frage, wie wird ein Mensch Mensch. Genau vor dieser Frage stehen wir jetzt auch.

Nur mit einem entschiedenen Paradigmenwechsel können wir unsere menschliche Freiheit und unsere soziale Kompetenz bewahren und weiter entwickeln, so wie es unser Autor Horst Kornberger in seinem Buch «Weltwunder Bienenstock» ausführt. Es geht bildlich gesprochen jetzt nicht mehr um die Frage, welche Kraft den Apfel vom Baum zu Boden fallen lässt, sondern darum zu erforschen und zu verstehen, welche Kraft ihn auf den Baum hinaufbringt. Eine Naturwissenschaft, die mit dieser Kraft als Grundkraft arbeitet, wird uns nicht dogmatisch zu knechten und zu normieren versuchen. Wir müssen Farbe bekennen, wofür wir uns entscheiden. Es ist ein Akt der Freiheit. Und wir müssen aushalten, dass es Menschen geben wird, die sich dafür entscheiden, sich ganz der Schwerkraft hinzugeben. Dieser Prozess steht jedem Menschen zu und kann ihm nicht genommen werden, von keiner Macht – aber es ist wohl anstrengend und ein Fulltimejob. Lange können wir uns das nicht mehr überlegen.

Vor diesem Putsch, dessen Ausgang noch nicht entschieden ist, war eine Kraft der Jugend spürbar, die in Verantwortung für die Erde ein neues Leben gestalten will. Auch wenn sie wohl, wie sich langsam zeigt, auch vereinnahmt und verraten worden ist, die Kraft war ehrlich und lebt immer noch. Ich möchte später meinen Enkeln in die Augen sehen können, wenn sie mich fragen, wie das war im Frühjahr 2020. Wie auch immer die Welt aussehen wird später, ich möchte ihnen mit gutem Gewissen sagen können, ich habe es mindestens nicht verschlafen, getan was ich konnte, auch wenn das möglicherweise nicht genug gewesen sein wird. Ich wünsche meinen Enkeln eine Welt ohne Immunitätsausweis und Tracing App.

Wenn uns jetzt von den Regierungen offiziell erlaubt wird, im Sommer in die Ferien zu fahren (so zum Beispiel Edouard Philippe an die Französinnen und Franzosen), die Kardinalfragen werden sich erst noch stellen, spätestens im Herbst. Und wir werden sie beantworten müssen.

Bis dahin wünschen wir Ihnen Vertrauen und Wachheit.

Mit herzlichen Grüssen
Jonathan Stauffer

 

Der Bienenstock als Vorbild für eine umfassende Erneuerung

Horst Kornberger
Weltwunder Bienenstock
Von der Bienenkrise zur Ökologie des Mitgefühls
Artikel-Nr.: 23257
ISBN: 978-3-85636-257-7
Seiten: 152
Jahr der Auflage: 2017
Auflage: 1. Auflage
Zusatztexte: Aus dem Englischen von Dieter Fuchs
Bindeart: Klappenbroschur
Verfügbarkeit: 2 bis 5 Arbeitstagen
CHF 21.80 / EUR 17.90 *
Viel wird heute über das Bienensterben nachgedacht und geschrieben. Was der Autor, Imker und Künstler, in diesem Buch entwickelt, ist ein überraschend neuer Zugang, der unseren
Blick auf dieses Problem grundsätzlich verändern kann. Er weist überzeugend auf, dass das Bienensterben nicht einfach der Varroa-Milbe angekreidet werden kann, sondern dass es hier
um ein systemisches Problem im Umgang mit Bienen geht: die Art und Weise, wie sich die Bienenzucht in profitabler Absicht industrialisiert hat, führt heute zum Kollaps des Bienenstocks,
der ein präziser Ausdruck unseres Umgangs mit Bienen ist. Dabei bleibt der Autor aber nicht stehen. Er entwickelt eine liebevolle Charakterisierung des Bienenvolkes und zeigtauf, in welchem noch nie bewusst gewordenen Ausmaß die Bienen, die er Meister-Ökologen nennt, Führer zu einem neuen Umgang mit der Natur werden. So kommt er auf den Begriff einer auch vom Buddhismus inspirierten mitfühlenden Ökologie und erweitert den Fokus, indem er aus dem Wesen des Bienenstockes Anregungen zur Neugestaltung wirtschaftlicher und pädagogischer Bereiche entwickelt. Ein engagiertes Plädoyer für eine Radikalisierung ökologischen Denkens und Handelns und unseres Verhältnisses zu allen Tieren.
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